Als Abiturient kommt man, wenn man nach der Schule nicht zunächst eine Ausbildung macht, in aller Regel direkt auf die Uni bzw. FH und wird dort zum Experten ausgebildet. Zumindest theoretisch, denn die Praxis bleibt selbst bei der FH meist relativ weit im Hintergrund, so dass man als Absolvent quasi keine praxisrelevanten Fertigkeiten hat. Folglich muss man im Unternehmen noch in diversen anderen Feldern ausgebildet werden, um dann letztlich einen neuen Mitarbeiter zu haben, der sich auch einsetzen lässt. Hier tut sich jedoch auch ein Vorteil für diejenigen auf, die während ihres Studiums fleißig Praktika absolviert haben. Ein Personaler sieht schließlich nicht nur, dass man sich schon gewisse Fertigkeiten angeeignet hat, sondern darüber hinaus signalisiert man Einsatzbereitschaft und macht deutlich, dass die Position, auf die man sich bewirbt, bereits in Grundzügen bekannt ist.
Ebenso wichtig ist das Praktikumszeugnis, das man mit einreicht. In verklausulierter Form bekommt der Personaler hier mitgeteilt, wie die Leistung des Praktikanten war. Hat man sich angestrengt und Gas gegeben, wird sich das im Zeugnis widerspiegeln, so dass die Chancen steigen, dass man zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird.
Mit ein paar guten Praktika spart man sich möglicherweise nach dem Studium das Traineeprogramm und kann einen Direkteinstieg in ein Unternehmen tätigen, der andernfalls nicht möglich gewesen wäre. Das spart nicht nur Zeit, sondern in aller Regel ist das Gehalt bei einem Direkteinstieg auch deutlich höher, als während des Traineeprogramms. Die beste Entscheidung, die man im Laufe des Studiums treffen kann ist es also, in den Semesterferien (bzw. der “vorlesungsfreien Zeit”) ein Praktikum in dem Bereich zu absolvieren, der nach dem Studium für einen Einstieg in Frage kommt. So steigert man seine Chancen und bekommt zugleich Einblick in das Berufsleben.
Die Finanzierung des Studiums
Als Studierende hat man sich nicht nur mit dem täglichen Wahnsinn in den Vorlesungshörsälen oder den Klausuren zum Semesterende herumzuschlagen. Auch die Finanzierung des Studiums ist oft nicht ganz einfach. Zwar haben wir hier zum Glück noch keine Zustände wie in Großbritannien, wo jedes Semester tausende Euro an Studiengebühren fällig werden. Aber auch hierzulande verlangen viele Bundesländer von den Studierenden neben den Semestergebühren auch noch zusätzliche Studiengebühren. Diese variieren von Bundesland zu Bundesland, doch gerade dann, wenn man nicht zu Hause bei den Eltern wohnt, sondern sich eine eigene Wohnung finanzieren muss, schlagen die Studiengebühren empfindlich ins knappe Budget.
Vor diesem Hintergrund sollte sich jeder Studierende überlegen, ob er es nicht schafft, parallel zum Studium einen Job zu machen. Diese Tätigkeit darf nicht mehr als 20 Stunden pro Woche umfassen, doch diese Obergrenze wird von den allermeisten ohnehin nicht ausgeschöpft. Dazu fehlt alleine schon die Zeit. An den Universitäten und im Internet gibt es viele Unternehmen, die für 8 bis 10 Stunden in der Woche eine Aushilfe brauchen und dort inserieren. Die Gehälter sind hier sehr unterschiedlich. Generell sollte man jedoch nicht zu tief ansetzen, acht Euro pro Stunde dürfen es gerne sein. Schließlich will man auch etwas von der Arbeit haben. In Ausnahmefällen, beispielsweise wenn in dem betreffenden Bereich schon mehr Erfahrungen gesammelt hat, kann man teils auch deutlich bessere Stundensätze aushandeln. Auf diesem Wege sind auch zweistellige Löhne problemlos möglich. Doch sollte man den Bogen nicht überspannen – die Konkurrenz ist groß und das Angebot an Stellen begrenzt.
Die Hektik in der Klausurvorbereitung
Wenn die Klausur näher rückt, wird der durchschnittliche Student manchmal etwas panisch: Er stellt fest, dass ein riesiger Berg von Büchern, Artikeln, Skript und Übungen vor ihm liegt und er nicht weiß, wie er sich das alles so schnell noch in den Kopf prügeln kann. Daher gilt hier: Nicht alles auf das Ende des Semesters verschieben. Das kann zwar bei einer Klausur funktionieren, doch da man in der Regel, insbesondere am Anfang des Studiums mehrere Klausuren schreibt, ist diese Strategie in aller Regel nicht richtig. Besser ist es, immer parallel zur Veranstaltung auf dem aktuellen Stand zu bleiben. das heiß, Vorlesungen nachbereiten, Übungen vor- und nachbereiten. Dann ist der Arbeitsaufwand unter dem Strich insbesondere am Ende des Semesters deutlich geringer und das Ergebnis besser.
Für die Wiederholung des Stoffes gilt: Nicht alles auf einmal, sondern Stück für Stück nacheinander ordentlich erarbeiten. Ein Lerntag von 6 Uhr morgens bis 8 Uhr Abends wird weniger erfolgreich sein, als wenn man sich eine Woche lang jeden Tag für jeweils zwei Stunden hinsetzt und einen bestimmten Abschnitt wiederholt. Dabei ist es wichtig, sich relaistische Ziele zu setzen und den Ablauf der Wiederholung vor der Klausur ordentlich zu planen. Also: Lernstoff sichten, schätzen wie viel Zeit erforderlich ist und diese dann über die Zeit bis zur Klausur gut verteilen. Dabei sollte auch genug Freizeit eingeplant werden, das Gehirn braucht ab und an Ruhepausen, in denen es etwas runter schalten kann – und den braucht der Rest des Körpers auch. Nur dann, wenn man wirklich fit und vor allem entspannt ist, kann sich das Wissen absetzen und gespeichert werden. Daher ist es auch so wichtig, immer auf dem Laufenden zu sein, andernfalls ist das entspannte Lernen vor der Klausur nur schwer möglich.
Signale vor Klausuren richtig deuten
Über das Semester bekommt man während des Studiums eine große Menge an Input. es ist nur natürlich, dass man sich vieles davon nicht sofort merken kann, die Aufnahmekapazität des menschlichen Gehirns ist eben auch nicht unbeschränkt. Doch für die meisten Klausuren sollte man das Wissen schon parat haben. Wer hier im Laufe des Semesters jedoch genau hingehört hat, der kann sich oft eine Menge Arbeit sparen. Die meisten Professoren geben unterschwellig Hinweise, was für die Klausur besonders wichtig ist.
Selbstverständlich sagen sie in den allermeisten Fällen nicht klar und deutlich an, was in der Klausur dran kommt. Aber jeder Professor hat Themen, die er besonders gut findet: Wer sich alte Klausuren anschaut und feststellt, dass dort jedes Jahr eine ähnliche Aufgabe vorgekommen ist, der sollte sich überlegen, ob er diese Aufgabe sich nicht besser gut anschaut. Ebenfalls beliebt ist es, wenn Professoren sagen “Schauen Sie sich das noch einmal gut an.”. Auch das ist allgemein ein guter Indikator. Gleiches gilt, wenn ein Dozent über das Semester denselben Sachverhalt mehrfach wiederholt oder darauf zurückkommt. Auch an dieser Stelle erhält man damit manch guten Hinweis, worauf man seine Klausurvorbereitung stützen sollte.
Natürlich ist es wichtig, nicht nur kleine Teile, von denen man vermutet, dass sie wichtig sind, lernt, sondern auch in den anderen Bereichen fit ist. Konzentriert man sich zu sehr auf Teilbereiche und hat den Prof dann missverstanden, hat man unter Umständen umsonst bzw. das Falsche gelernt. Das heißt dann entsprechend: Schlechte Note oder Fehlversuch. Es gilt: genau Hinhören, Schwerpunkte setzen, aber auch den Rest im Blick behalten.
Von Anfang an Gas geben
Zum Studienbeginn ist der frisch gebackene Student erfahrungsmäßig zunächst mal nicht besonders sicher, wie der weitere Ablauf ist. Worauf soll man achten, was ist wichtig und was eher unwichtig? Es kann immer hilfreich sein, sich bei höheren Semestern ein paar Tipps oder Ratschläge zu holen, auch im Hinblick auf die Professorenwelt. Manche Professoren sollte man meiden (bzw. dies tut dem Notenschnitt gut). So etwas erfährt man im Gespräch mit den “alten Hasen” recht schnell.
Wo wir gerade beim Notenschnitt sind: Im Gegensatz zum alten Diplom ist es heute bei den meisten Bachelor Studiengängen so, dass alle Noten von Anfang an in die Bachelor Durchschnittsnote hinein zählen und entsprechend ihrer relativen Gewichtung (nach den ECTS Credis) dort die Note beeinflussen. Vor diesem Hintergrund sollte man beim Studium auch von Anfang an voll dabei sein und sich nicht entspannt zurücklehnen. Das schadet einerseits der Durchschnittsnote, andererseits bauen spätere Studieninhalte auf den Grundlagen der ersten Semester auf, so dass man hier auf keinen Fall den Anschluss verlieren darf.
Diese einfache Regel befolgen immer noch nicht alle Studierende. Die Folge davon ist eine unverändert hohe Abbrecherquote. In manchen Studiengängen wird man daher schon begrüßt mit “Schauen Sie nach links, jetzt schauen Sie nach rechts. Diese beiden sehen Sie im nächsten Semester nicht mehr wieder.”. Zumeist sind diese Prophezeiungen korrekt. Doch ist dies natürlich nicht nur von Nachteil. Im Gegenteil, je weniger andere Studierende, desto kleinere Gruppen hat man und desto persönlicher ist auch der Kontakt zu den Lehrenden. In den Anfangssemestern dürften die wenigsten Professoren sich die Namen ihrer Studierenden merken, gerade dann, wenn man auch noch an einer großen Hochschule ist. Doch in späteren Semestern ändert sich das stark.
Die Qual der Wahl beim richtigen Studienort
Nach der Schule schlagen viele junge Menschen zunächst den Weg eines Studiums ein. Oft ist hier die Frage wichtig: Wo studieren? Man bemüht verschiedenste Rankings der Universitäten, fragt Bekannte und andere Studierende um Rat, um dann letztendlich einen Haufen verschiedenster Meinungen zu hören. Insbesondere bei Studiengängen, die überall relativ ähnlich gestaltet sind, bestes Beispiel hierfür dürften Betriebs- oder Volkswirtschaftslehre sein, ist es häufig zumindest für den Bachelor relativ gleichgültig, wo man studiert. Die sogenannten “Eliteunis” werben damit, dass ein erfolgreich abgeschlossenes Studium nahezu eine Jobgarantie im Anschluss verschafft. Doch ist das wirklich so? Die Praxis zeigt: Nicht immer.
Vor diesem Hintergrund sollte man nicht irgendwelche Rankings, von denen ohnehin kaum jemand weiß, wie sie zustande gekommen sind, als wichtigstes Auswahlkriterium für ein Bachelorstudium hernehmen. Im Master mag das durchaus anders sein, hier unterscheiden sich die Hochschulen teilweise stark in der Wahl ihrer Schwerpunkte. Doch gerade im Bachelor spielt der Studienort nur eine untergeordnete Rolle. Das gilt auch dann, wenn man nach dem Abschluss einen Arbeitsplatz sucht und nicht noch den Weg zum Master weitergehen möchte. Wenn beispielsweise der Personaler, der die Bewerbung auf den Tisch bekommt, an der selben Hochschule war wie der Bewerber dann mag das hilfreicher sein, als das Studium an einer “Eliteuni”. Und hierbei handelt es sich um einen Zufall, den man kaum aktiv steuern kann. Weiß man schon, dass es einen nach dem Studium in eine bestimmte Region zieht, dann kann es vorteilhaft sein, auch hier schon das Studium zu studieren, doch andernfalls sollte man dorthin gehen, wo man sich wohl fühlt.
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